{"id":485,"date":"2011-05-20T13:35:47","date_gmt":"2011-05-20T12:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ericlee.info\/blog\/?p=485"},"modified":"2011-05-20T13:35:47","modified_gmt":"2011-05-20T12:35:47","slug":"antisemitische-propaganda-beim-irischen-gewerkschaftsverband","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ericlee.info\/blog\/antisemitische-propaganda-beim-irischen-gewerkschaftsverband\/","title":{"rendered":"Antisemitische Propaganda beim irischen Gewerkschaftsverband"},"content":{"rendered":"<p>Die Website des Irish Congress of Trade Unions (ICTU) hei\u00dft \u00bbGlobal Solidarity\u00ab, doch f\u00fcr Israel gilt diese Solidarit\u00e4t nicht. Seit Jahren geh\u00f6rt die ICTU zu den Gewerkschaftsverb\u00e4nden, die einen Israel-Boykott propagieren. Sie konnte die britischen Gewerkschaften zwar nicht f\u00fcr diese Kampagne gewinnen, doch in der irischen Arbeiterbewegung ist die Feindschaft gegen\u00fcber Israel gewachsen.<!--more--><\/p>\n<p>Es verwundert daher nicht, dass auf der Website der ICTU ein Bericht erscheinen konnte, in dem Juden des Ritualmords beschuldigt werden. Verfasst wurde der Bericht von Repr\u00e4sentanten der Northern Ireland Public Service Alliance (Nipsa), einer Gewerkschaft, der 45\u2009000 Besch\u00e4ftigte des \u00f6ffentlichen Dienstes in Nordirland angeh\u00f6ren, die aber dem Verband der Republik Irland angeschlossen ist. Die Gewerkschafter verbergen ihre Parteinahme gegen Israel nicht, sie geben an, dass sie als Pilger einreisten, obwohl eine solche Tarnung keineswegs n\u00f6tig gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nur an einer Stelle wird der israelische Gewerkschafsverband Histadrut erw\u00e4hnt: \u00bbWir erfuhren, dass pal\u00e4stinensische Arbeiter als \u203aausl\u00e4ndische Arbeiter\u2039 in Israel \u203aOrganisationbeitr\u00e4ge\u2039 an die Histadrut zahlen m\u00fcssen. Nur ein Teil dieser Zahlungen wird ordnungsgem\u00e4\u00df an die PGFTU (den pal\u00e4stinensischen Gewerkschaftsverband) weitergegeben.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Die Leser erfahren nicht,<\/strong> dass es um pal\u00e4stinensische Arbeiter geht, die f\u00fcr israelische Unternehmer in Israel oder in den Siedlungen in der Westbank arbeiten. Diese Pal\u00e4stinenser schlie\u00dfen sich der Histadrut an, um gewerkschaftlichen Schutz, etwa Rechtsberatung, zu erhalten. Nach der Unterzeichnung der Osloer Vertr\u00e4ge vereinbarten Histadrut und pal\u00e4stinensische Gewerkschaften, dass 50\u00a0Prozent der von Pal\u00e4stinensern gezahlten Beitr\u00e4ge an die PGFTU \u00fcberwiesen werden. Dieser Regelung entspr\u00e4che es, wenn der DGB die H\u00e4lfte der Mitgliedsbeitr\u00e4ge t\u00fcrkischer Arbeiter an Gewerkschaften in der T\u00fcrkei auszahlen w\u00fcrde. Tats\u00e4chlich d\u00fcrfte das israelisch-pal\u00e4stinensische Abkommen einmalig in der Welt sein.<\/p>\n<p>Die israelfeindliche Darstellung auf der Seite der ICTU ist nicht ungew\u00f6hnlich, doch der Bericht wiederholt auch die mittelalterliche Ritualmordlegende: \u00bbWir besuchten \u203aJakobsbrunnen\u2039, eine griechisch-orthodoxe Kirche an dem im Neuen Testament, dem Evangelium des Johannes, erw\u00e4hnten Ort des Brunnens in einem Dorf namens Sychar. (\u2026) Ich bemerkte das Grab eines M\u00e4rtyrers\u00a0\u2013 Archimandrite Philoumenos Hasapis. (\u2026) Er wurde am 16.\u2009November 1979 in \u203aritualistischer\u2039 Weise von zionistischen Sieldern ermordet, die jede Spur des Christentums in diesem Gebiet beseitigen wollten. Er wurde w\u00e4hrend des Abendgebets ermordet, seine Augen wurden herausgerissen und drei seiner Finger abgeschnitten\u00a0\u2013 die, mit denen er das Zeichen des Kreuzes machte.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Das Verbrechen wurde nie aufgekl\u00e4rt.<\/strong> Dass der Geistliche das Opfer eines von Juden begangenen, antichristlichen Ritualmordes wurde, ist Spekulation. Es ist nicht das erste Mal, dass derartige Beschuldigungen gegen israelische Juden in gewerkschaftlichen Publikationen erhoben wurden. Die schwedische Tageszeitung Aftonbladet, die einer Gewerkschaft geh\u00f6rt, ver\u00f6ffentlichte im August 2009 einen zweiseitigen Artikel, in dem behauptet wurde, dass die israelische Armee Organe von toten Pal\u00e4stinensern \u00bberntet\u00ab. Diese ungeheuerliche Anschuldigung wurde mit Ermittlungen wegen Organhandels in den USA in Verbindung gebracht, in deren Rahmen einige Rabbis verhaftet worden waren. Die schwedische Regierung wollte die Ver\u00f6ffentlichung nicht verurteilen, stattdessen wurde der Botschafter in Israel gema\u00dfregelt, der den Artikel kritisiert hatte.<\/p>\n<p>Es ist weder ungew\u00f6hnlich noch illegitim, wenn sich Gewerkschafter kritisch \u00fcber die israelische Pal\u00e4stina-Politik \u00e4u\u00dfern. Wer jedoch von Ritualmorden an Christen spricht, bedient sich antisemitischer Klischees. Die Beschuldigung, es gebe \u00bbOrganernten\u00ab, war 2009 ein Einzelfall, doch die schwedischen Gewerkschaften haben die Ver\u00f6ffentlichung nicht verurteilt. Nun ist wieder von Ritualmord die Rede.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Website des Irish Congress of Trade Unions (ICTU) hei\u00dft \u00bbGlobal Solidarity\u00ab, doch f\u00fcr Israel gilt diese Solidarit\u00e4t nicht. 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